Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

296

hin der Kurfürſt, der, wie billig, Herr im Hauſe

wie Souverain im Lande ſein will, ſie honnete- ment relegiret. Auch mangelt es uns, Dank meiner Activität, am Hofe und in der Reſidenz nicht an ſolchen, die uns zu Willen reden und thun, nicht aus attachement ſowohl, ſondern aus Intereſſe, welches indeſſen ein Hebel von ganz anderer Kraft genannt werden mag. Fer⸗ nerzeit habe ich, während die Frau Tochter den blinden Amor zum Führer erwählet, mir einen

recht hellſehenden zugeſellet, Politik geheißen;

derſelbe hat mich auch durch ein Labyrinth gelei⸗ tet, zwar nicht ſo anmuthig, als das, in dem Sie, ma cheère, wandelt, dafür habe ich aber den Ausgang früher gefunden, und mehrere Reichs⸗ fürſtliche Perſonen, ja ſogar der Kaiſerliche Hof, betrachten ſonder Widerwillen die Vermählung Kurſachſens mit der heiligen Römiſchen Reichs⸗ gräfinn zu Rochlitz. So habe ich denn mit müt⸗ terlicher sollicitude Ihr die Fürſtenkrone bereitet, und es liegt nur an der Frau Tochter, danach zu greifen. Sofern jedennoch ſolches Sie zu ſehr incommodire, bei Ihren ſentimentalen Chi⸗ mären beharrend, ſo werde ich dieſelbe Ihr auf⸗