Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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im Schlafe die Träume ihres Wachens fort,

und eben ſah ſie ihre Feindinnen im Verbrecher⸗

gewand, umgeben von Wache, nach irgend ei⸗ ner Beſſerunganſtalt abgeführt, und ſich in den Armen ihres Gemahls, als ein Geräuſch ſie er⸗ weckte, und ſie den Letztern vor ſich ſah.

Im erſten Augenblicke wirkten die Bilder des Schlummers noch wohlthätig fort; als ſie aber den Ausdruck des Zornes auf dem Antlitz des Kurfürſten wahrnahm, entfuhr ihr ein lei— ſer Schrei des Schreckens und die heftige Frage: was Ihro Liebden zu ſo ſpäter Stunde befehle 2—

Nach Dero Geſundheit wollte ich mich er⸗ kundigen, Madame,— ſprach Johann Georg kalt und finſter— welche uns heut' wiederum der Satisfaction beraubt hat, die Gebieterinn dieſes Hoflagers an ihrer Stelle zu ſehn.—

Der grelle Abſtand zwiſchen Wahn und Wirk⸗ lichkeit hatte die Fürſtinn ſchmerzlich berührt; die Lehren Frau Annens traten vor ihre Seele, und ſie antwortete grollend: Es geziemt der Gebie⸗ terinn dieſes Hofes nicht, da zu erſcheinen, wo Andere es wagen, ihr dieſen Platz ſtreitig zu ma⸗ chen. Der Zuſtand meiner Geſundheit aber kann Ihro Durchlauchtigkeit eben ſo wenig igno⸗

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