Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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Kammerherrn, wie auch Hof- und Juſtizrath, Grafen zu Beichling hochgeborne Gnaden. Ich erdreiſtete mich nicht vorüber zu gehen, aus ſchul⸗ diger Devotion, und nebenbei auch, weil mich nicht ſonderlich verlangte, unter die Augen ſei⸗ ner Durchlauchtigkeit zu treten, Höchſtwelche ſeit einiger Zeit gar ungnädig auf mich blicken, zweifelsohne nicht ohne Zuthun meiner theuern Ehehälfte und ihrer Protectrice— und der Zu⸗ fall führte mich hinter einen Pfeiler, allwo ich abzuwarten beſchloß, bis es mir vergönnt ſein werde, meinen Weg zu continuiren. Beide höchſt- und hochbeſagte Perſonen ſprachen anfangs ſehr leiſe, aber auf eine Rede des Herrn Grafen geruheten ſeine Durchlauchtigkeit die Stimme zu erheben, ſagend: Jemand habe Recht; es ſei an der Zeit, daß Alles ende, und noch ehe der Morgen tage, ſollen die Frauen Gräfinnen von Neidſchütz ſehen, daß man ſich auf Höchſtihre Magnanimität verlaſſen könne, und der ganze Hof, daß Höchſtdieſelben hier Herr ſeien, und Niemand anders. Nach dieſen etwas unmildig⸗ lich proferirten Worten bot indeß der Durch⸗ lauchtigſte Kurfürſt dem Herrn Grafen eine gnä⸗ dige gute Nacht, und verfügte ſich darauf raſchen