Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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— 225— entziehen und Ihrer Hoheit nach der nn zu folgen, welche Dero Wahl zu beſtimmen hat.—

Ihro Durchlauchtigkeit geht zu weit,— rief hier der Prinz.— Ich darf nicht die Verban⸗ nung der Frau Mutter und Schwägerinn indiffe⸗ rent zuſehen, als Sohn, als Bruder, als Prinz des Hauſes.—

Und als Agnat,— fiel Johann Georg ha⸗ ſtig ein.— Als ſolcher möge Derſelbe auftreten bei Geſchlechtstagen, auch wo es betrifft, vor Kaiſer und Reich, in dieſen Gemächern aber iſt Er der Unterthan und ich bin der Herr.—

Ich befehle dem Prinzen zu ſchweigen,— äußerte Anna Sophia nicht minder gebieteriſch— und bedarf Seiner nicht zum Advocaten. Es iſt leider Gottes klar, wie die Sache ſteht,— fuhr ſie, gegen den Erſtgeborenen gewendet, fort.— Aber ſo viel wiſſe der Herr, daß nimmer effectui⸗ ret wird, was göttlichem, menſchlichem und fürſt⸗ lichem Recht zuwider läuft, ich ſei denn zuvor a. in die Gruft zu Freiberg hinabgegangen, an die Seite meines gottſeligen und ruhmwürdigen Herrn.—

Das wird ſich finden, ſagte der Kurfürſt kalt; darauf verbeugte er ſich mit Förmlichkeit

Die Frauen v. Neidſchütz. I. Bd. 15