Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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Bild des verſtorbenen Herrn, von einem welſchen Künſtler zu Wien gemalt, gleich nach dem Ent⸗ ſatze dieſer Stadt, mit Harniſch und Allongen⸗ perücke, und dem Feldherrnſtab in der Hand, die ſich unter dem wogenden Hermelinmantel her⸗ vorſtreckte; die andern Gemälde aber neben dieſer kriegeriſchen Geſtalt waren Darſtellungen von Männern des Friedens. Alle Kirchenlichter der Reformation umgaben Planeten gleich ihre Sonne, Martin Luther, unter deſſen Bilde ein großer, mit ſchwarzem Sammetteppich bekleideter Tiſch ſich befand, der, ſeiner tüchtigen Maſſe ungeach⸗ tet, unter einer gewaltigen Laſt von Bibeln und Hauspoſtillen zu erſeufzen ſchien. Einige Stickrähme und Geſtelle, zur Tapetenarbeit be⸗ ſtimmt, deuteten an, dies ſei der Ort, wo die wirthliche Fürſtinn ihre Damen und Fräulein zur übung ihrer weltlichen Obliegenheiten anhielt, ihr Geiſtiges zugleich mit ſtundenlangen Vorleſungen aus jenen drohenden Folianten labend. Auf ei⸗ nem kleinern Tiſche ſah man neben einer ſilber⸗ nen vergoldeten Taſſe eine Lampe von gleichem Metall, über deren Flamme eine Schale ſchwebte, das gewürzte Warmbier enthaltend, damals noch