Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 62—

ſchaft mir ſo noth that, und ſeine Erwiederung meiner Liebe, alsbald zu meinem Widerſacher zu machen.

Da ſei Gott für, daß ich meines Herrn Widerſacher ſei! Meine dankbarliche Zuneigung iſt es vielmehr, die mich ermuthigt, Demſelben einige wohlgemeinte Vorſtellung zu thun.—

Johann Georg IW. wiederholte erregt und nicht ohne Stolz: Vorſtellungen, Prinz? Wer iſt auch in dieſem Lande, der uns vermahnen dürfte, ohne unſeren Permiß, zumal wenn es anbelangt, was uns perſönlich iſt.— Dar⸗ auf fügte er ſanfter hinzu: Doch will ich es von Euch ertragen, und nur von Euch; doch hütet Euch, daß Ihr allzu vorſchnell urtheilet. Ich will nicht ſagen, daß ich ohne Fehl ſei, wie Keiner es von ſich rühmen darf; aber glaube es der Herr Bruder, die Schuld liegt nicht an mir allein, und vornehmlich in Unverträglichkeit der Gemüther, welche, ſo Gott will, niemals Statt finden möge zwiſchen Demſelben und Seiner zu⸗ künftigen Gemahlinn.—

Auguſtus blickte vor ſich nieder; der ſchnelle Wechſel der Leidenſchaft und angebornen Gelaſ⸗ ſenheit im Weſen des Bruders hatte ihn ergrif⸗