Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

nicht gern ſich viel in ihrer Nähe zu ſchaffen, worin ich denn als getreuer Diener ihm, wo es thunlich, nachahme.—

Scheut doch der Kurfürſt ſich ſelbſt vor ihr, welcher der Landesherr iſt— fuhr Gobau fort— und Höchſtſeine Paſſion zu der Gräfinn muß ab⸗ ſonderlich vehement ſein, da ſie der Fraumütter⸗ lichen Autorität die Waage hält, welche ſich der regierenden Frau als gewaltiger Beiſtand zuge⸗ than. An Höchſtletztgenannter aber preiſet man gar auserleſene Gaben: ſie iſt ausnehmend tu⸗ gendſam und auch gottesfürchtig, ſo— bitte Eure Gnaden zu excuſiren— ſo nach ihrer lu⸗ theriſchen Manier. Auch iſt ſie nicht zornig und hoffärthig, ein wenig empfindſam vielmehr, und wenn mich das allzugroße Feuer meiner Hälfte moleſtiret hat, ſo darf über ſolches der durchlauch⸗ tigſte Herr nicht klagen, ſondern im Gegentheil über allzu vieles Waſſer.—

Wahrhaftig!— rief der junge Edelmann— nun verwundert mich nicht mehr des Kurfürſten kränkelnd Ausſehen, das ſeinem Herrn Bruder ſo auffiel und uns Allen, die ihn ſeit lange nicht geſehen. Zwiſchen dieſen vier, zwiſchen der ſchel⸗ tenden Frau Mutter, der weinenden Ehege⸗ mahlinn, dem ſchmachtenden Mühmchen Katha⸗