Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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Eiſenach ſich von ſeiner Frau Herzoginn ſchied, wegen Unverträglichkeit, hieß es, und widrigen Humors.—

Der Herr von Vizthum erwiederte: Wie man ſpricht, dürfte ſolch ähnliche Urſach ſich bei der Kurfürſtinn vorfinden, wenn man nämlich dem Gerede der Hoffräulein trauen mag. Sie nennen ſie eine gar ſtrenge Dame, und die ein klöſterlich Regiment führt in ihrer Hofſtatt. So behauptet wenigſtens das Fräulein von Keſſel, die, im Vorbeigehn geſagt, eine ſehr artige Perſon und dem eingezogenen Leben wenig zugethan ſcheint. Ich habe im Auslande die Schönheit der durchlauchtigen Frau gewaltig rühmen gehört, aber, im Vertrauen, kann ich ſolchem Urtheile kaum beiſtimmen.—

Pistinguo, belehrte Gobau ihn— zwi⸗ ſchen damals und jetzt, zwiſchen der Zeit nämlich, da ſie Prinzeſſinn von Eiſenach war, oder als ſie im neunzehnten Jahre ihres Alters mit ihrem er⸗ ſten Ehegemahl verbunden ward, dem Markgra⸗ fen zu Onolzbach, und heut, da einige Jahre vor⸗ über ſind, als ſie bereits volle drei Kreuze zdh⸗ lend, als Wittib ſich zum zweiten Male verehe⸗ lichte. Nicht allzu erfreut ſoll der Durchlauchtiaſte beim Anblicke der Braut geweſen ſein, die älter