Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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ſelben Abend ging noch Alles gut, aber am an⸗ dern Morgen ſchon zeigten ſich Wolken am Fir⸗ mamente unſers Eheglückes, als Seine Durch⸗ lauchtigkeit mir andeutete, daß ich mich bereit halten ſollte, deſſelbigen Tages mit meiner Hälfte den Weg nach Sachſen anzutreten. Zwar tröſtete mich manch Merkmal durchlauchtigſter Munifizenz über die traurige Nothwendigkeit, mich von der höchſten Perſon zu entfernen, aber Donna Eſte⸗ vania Gobau gebehrdete ſich übel. Es muſſte in⸗ deſſen dem höchſten Mandat Folge geleiſtet wer⸗ den, und wir begaben uns auf die weite Reiſe, während welcher denn raſch genug der Firniß ver⸗ ſchwand, mit dem meine Paſſion die Ehegenoſſinn bekleidet hatte, und das egyptiſche Naturell zu

Tage trat. Es ging jedoch ziemlich leidlich, ſo

lange zu Dresden das Gerücht von baldiger Re⸗ tour Seiner Durchlauchtigkeit im Schwange blieb; als aber Höchſtderſelben Abſenz länger dauerte, ward böſe Zeit, und noch ſchlimmere, als ich

aus dem kurfürſtlichen Schloſſe in hieſiges Gar⸗

tenpalais verſetzt ward, eine Verſorgung, die ich billig meiner theuern Hälfte verdanke, oder der prinzlichen Abſicht, Beſagte aus ſeiner Nähe zu entfernen, welches, nachdem ich ſie näher ken⸗