Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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ſie ſagt. Meine Frau iſt nicht bei mir; ſie ſteht

im Dienſte der Dame, welche man jetzt Gräfinn von Neidſchütz nennt, der Gräfinn von Rochlitz Mutter, und da kann Eure Gnaden ſelbiger wohl einmal begegnen, indem, wenn ich nicht irre, beſagte Excellenz Dero verehrliche ma tante ſein thut.—

Bei der Frau von Neidſchütz? entgegnete der Junker mit verzogenem Munde— Schwer⸗ lich, mein guter Freund, wird man mich dort ſehen, ſelbſt wenn es darum wäre, Seine tu⸗ gendbelobte Ehefrau zu begrüßen. Das macht ſich nicht, Herr Bettmeiſter, und hab' ich dazu ganz eigene, wichtige Gründe.—

Ja— ja— hob nachdenklich der Schloß⸗ verwalter an— es iſt von der hochgebornen Frau Gräfinn wohl Manches zu ſagen, was einem ge⸗ ſetzten und fürſichtigen Beamten, bei ſo vorneh⸗ men Perſonen, billig zu verſchweigen gebühret; dennoch aber erachte ich nicht, ſolches gereiche zu beſonderer Animadverſion meines verehrlichen Jun⸗ kers.—

Der Herr iſt im Irrthume— belehrte ihn Vizthum: Seht, einem Kavalier, wie ich, wel⸗

um ſie beworben, und mit ſo vielem Glück als 3