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war ſchön damals, fuhr er nach einer Pauſe fort, doch die Zeit iſt vergangen, der Vater mit ihr, und ich und auch wohl Ihr, Bruder, werdet vorübergegangen ſein, wenn dieſes Haus noch be⸗ ſteht, ein Denkmal unſerer Tage.—
Wie mag Euch der heitere Anblick ſchwer⸗ wüthige Gedanken erwecken, rief Auguſt mun⸗ ter.— Ja wohl erinnere ich mich der Zeit, welche Ihr nennet, und der ſpätern, da der Bau vollendet war, und beim Hebeſchmaus der wohl⸗ ſelige Herr Vater Euch die Schlüſſel übergab, als dem künftigen Gebieter des Hauſes. Wir aber ſtanden ganz zerſtreuet und geblendet, und meinten, nichts Herrlicheres gebe es von Archi⸗ tectur in der Welt.—
Von dieſem Glauben bin ich nun wohl zu⸗ rückgekommen, lächelte Johann Georg, und Ihr noch mehr, der Ihr die Meiſterwerke des Palla⸗ dio in Augenſchein genommen, und anderer ita⸗ lieniſcher aukünſtler.— B
Ich habe ſie geſehen und bewundert— antwortete der jüngere Bruder; aber ſo herrlich ſie auch ſein mögen, hat mir ihr Anblich doch nimmer das Herz bewegt gleich dieſem; war es doch nicht der Vater, der ſie aufgeführt. Auch
Die Frauen v. Neidſchütz. 1 Bd. 2


