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Trinkgefaͤß mit einem unterdruͤckten Seufzer dem Nachbar.
Dieſer, der bejahrte Edelmann, hielt ihn vor ſich hin, ſein Auge war aber nicht auf den Becher gerichtet, ſondern daruͤber hinaus in die Hoͤhe; in demſelben entglomm es ſchimmernd und feucht wie der Strahl der Erinnerung an eine gluckliche Jugend. Unmerklich ſchloſſen ſich die beiden Haͤnde, die den Pokal gefaßt hatten, in einander, leiſe Worte drangen aus ſeinen halb geoͤffneten Lippen durch den ergrauten Kne⸗ belbart, darauf laͤchelte er wehmuͤthig, aber treu⸗ herzig, und reichte mit einer Neigung des Haup⸗ tes das Gefaͤß dem jungen Manne.
Der ereiferte ſich jedoch gewaltig; er be⸗ hauptete, ſolch Denkmal der Vergangenheit ſei fuͤr die Gegenwart ein Hohn und eine Schmach. NMit Bildern thue man groß, der Wirklichkeit entbehrend, oder laͤſtig arbeitend an ihrer Her⸗ ſtellung; trinken wolle man und ſich ſpiegeln im verſchwundenen Glanz, damit, meine man, ſey Alles gethan— kurz er verweigerte trotziglich, den Umtrunk aus dieſem Becher zu halten.
Da ſprach der Alte mit tiefer Stimme zu ihm und im Tone der Ermahnung:„Warum


