morgen ein wichtiger Tag fuͤr mich, der Tag, an dem der Herr ſeiner Magd wiederum ſein Angeſicht gnaͤdig zuwendet, und ich moͤchte mich auf denſelben vorbereiten mit frommem Geſpraͤch und Faſten und Beten.“—
„Ein gottſelig Geſpraͤch“— meinte die gute Frau—„iſt immer zur rechten Zeit, und das Gebet zu allen Dingen nuͤtze, das Faſten aber zu gar nichts. Ich moͤchte mich gern noch ein⸗ mal recht erlaben an Euren klugen Reden und gottſeliger Weisheit; wenn ich aber nicht ein⸗ ſchlafen ſoll, wie es geſtern geſchehen, ſo erlaubt mir, einige Taſſen Kaffee zu machen. Ich habe Alles dazu im Hauſe, und die liebe Gottesgabe haͤlt die Augen wacker und ſtaͤrkt Herz und Ge⸗ daͤchtniß.“—
Leicht erhielt ſie die Erlaubniß, dieſes Mittel gegen eine Schlafrigkeit anzuwenden, welche Beaten hoͤchſt unwillkommen geweſen waͤre, und darauf ging ſie ihres Weges mit dem wieder⸗ holten Verſprechen, ſich dieſen Abend einzuſtel⸗ len zur rechten Stunde.
Nicht nach dem gemeinen Zeitmaaß verging der Gefangenen der Tag, manche ſeiner Minu⸗ ten flogen ihr allzuſchnell dahin, manche andere


