Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Beate ſchauderte ein wenig zuſammen bei der Erinnerung an den Zuſtand, welchen die Andre fuͤr einen ſanften Schlaf gehalten, und an ſeine Wehen, und antwortete dann klagend: „Ach nein, zu den Pruͤfungen, die mir ſchwachem Werkzeug des Himmels auferlegt, muß ich auch ſchwere Traͤume zaͤhlen ſeit einiger Zeit; doch, wie Alles, trage ich auch dies mit ſchuldiger Unterwerfung.“

„Solche bleibt nicht unbelohnt,“ verſetzte Jene mit einiger Bedeutung, und fuhr dann mit freundlicher Geſchwaͤtzigkeit troͤſtend fort: „auch bedeuten ſchwere Traͤume oftmals Froͤh⸗ lichkeit beim Erwachen. Das mag denn wohl bei der werthen Madame der Fall ſeyn; denn— das muß aber unter uns bleiben, weil Plau⸗ dern ſich fur unſer Eins nicht ſchickt— ich habe ein Voͤgelchen pfeifen hoͤren, wir haͤtten die Frau Bilſen die laͤngſte Zeit hier gehabt. Nun, das iſt wohl ein großer Verluſt fuͤr mich, daß ich kuͤnftighin ihres erbaulichen Umganges entbeh⸗ ren muß und der gottſeligen Ermahnungen, welche mich einfaͤltiges Weib erſt recht mit un⸗ ſerm Herrgott bekannt gemacht und mit ſeinem Wort; aber in unſerer Herberge iſt der letzte