Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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Sie fand ihn nicht, dieſen Troſt, wo ſie zum erſten Mal ihn ſuchte; jener Buchſtabe, der ihr niemals mehr geweſen war, als eben ein Buch⸗ ſtab, jene Ausſpruͤche, welche der Heuchelſinn, dem Herzen voruͤber, fort und fort dem Ge⸗ daͤchtniſſe zufuͤhrte zu beliebiger Anwendung, konnten ihr in der Stunde der Bedraͤngniß nichts mehr gewaͤhren, als was ſie immerdar von ih⸗ nen gefordert; das Mißbrauchte ward untaug⸗ lich erfunden zum Gebrauch, als es noth that um dieſen.

Wie fruͤher, ſchob ſie das Buch zuruͤck, in welchem ſie, ſeit Jahren ſchon, ſelten ohne Zeu⸗ gen geleſen, und ihr Gemuͤth, dieſer Stuͤtze be⸗ raubt und jeglicher andern, trat, die eigene Kraft aufbietend, zuruck in ſich ſelbſt.

Nachdem ſie mehr als einmal mit unglei⸗ chem Schritt ihre Zelle durchmeſſen, naͤherte ſie ſich zaudernd dem Fenſter und warf einen Blick hinaus auf den Schauplatz naͤchtlichen Grauens.

Dort aber erinnerte nichts an daſſelbe, als die Graͤber. Die Mittagsſonne beleuchtete den Kirchhof bis in die fernſte Ecke, und wie die zweifelhaften Schatten vor ihrem Strahl wichen vor der einfachen Wirklichkeit die Gebilde der