Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

190

gen, wir Beide gewinnen nicht viel dabei, daß man uns in unſerer Eigenthuͤmlichkeit ſchaue. Doch weil ich gern moͤchte, daß Dir kein Zwei⸗ fel bliebe uͤber den alten Freund und neuen Bekannten, ſo muß ich mich denn ſelbſt ein⸗ fuͤhren, gleich dem Prologus des alt⸗engliſchen Schauſpiels, oder als mein eigener Ceremonien⸗ meiſter. Der Bruder bin ich aller der Suͤnden, die Dich Schweſter nennen, ſo ſind wir alſo nahe befreundet, ein ſtarker Aſt bin ich des Boa Upas, des großen Giftbaumes, von dem Du ein uͤppig fruchttragendes Zweiglein, drum ſind wir von einem Stamme; eine tuͤchtige Arbeiterin biſt Du in dem Geſchaͤft, deſſen Oberaufſicht mir obliegt, ſo folgen wir einem Beruf, einem Gebieter dienen wir, doch bin ich ein Großer an ſeinem Hofe, Du aber wuͤh⸗ leſt im Schlamm vor ſeinen Pforten, drum bin ich der Herr, Du aber die Magd!

Ich Deine Magd, Abſcheulicher? ſchrie ſie mit dem Trotz der Verzweiflung.Wann habe ich mich je Dir verdungen?

Das braucht es nicht zwiſchen uns, antwortete gleichguͤltig der Andere;That iſt beſſer denn Schrift, und was Du gethan, hat