Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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hangen in einſamen Stunden, wie haͤtte ich mir Empfindungen geſtatten duͤrfen, welche zu ſchwach ſie zu unterdruͤcken, ich dem, welcher die Herzen pruͤfet und regieret, oftmals dargelegt habe im Gebet?“—

Sie hielt hier inne, er aber umfaßte kuͤhn in ſeiner Entzuͤckung den ſchlanken Leib und rief:„So iſt es denn wahr, woran ich bisher zweifeln mußte, was ich vor einem Augenblick erſt fuͤr Taͤuſchung hielt? O ſo ſaͤumet nicht, mein Gluͤck zu beſtaͤtigen, jetzt unter uns allein und bald, unvorzuglich vor der Welt. Nehmet mich auf mit meinen Fehlern und dem wenigen Guten, das ich Euren Tugenden entgegenſetzen kann.“—

Noch immer mit geſenktem Auge fluͤſterte ſie:„Ihr ſeyd allzudringend, mein theurer Herr. Erſt zehn Monate iſt es, daß ich den Wittwen⸗ ſchleier trage, und es geziemt ſich nicht, ihn ſo zeitig zu luͤpfen, am wenigſtens der beinahe drei⸗ ßigjaͤhrigen Frau, welcher dann ſchwerlich ver⸗ ziehen wuͤrde, was hoͤchſtens die Jugend zu ent⸗ ſchuldigen vermag.“—

„Theure, allzubedenkliche Frau!“— entgeg⸗ nete der Senator halb erfreut, halb klagend,