ſtatthaft und den Verhaͤltniſſen angemeſſen er⸗ achten, und doch zoͤgert Ihr mit derſelben, und ich muß heute hoͤren, was mich be⸗ fuͤrchten laͤßt, ſie werde verneinend ausfallen. Sprechet, ſollte ich das erwarten, nach dem, was Ihr mehr als einmal meiner Bitte zuge⸗ ſagt?“—
Beate ſah einige Augenblicke wie betreten vor ſich hin, dann fragte ſie mit Nachdruck: „Ihr ſeyd mit der Frau Buͤrgermeiſterin zuſam⸗ mengetroffen in der Zwiſchenzeit, Herr Senator?“ — Dann fuhr ſie, ſein Schweigen fuͤr Be⸗ jahung nehmend, nicht ohne einige Schaͤrfe fort: „Was ich ihr auch geſagt haben mag, ſeyd ver⸗ ſichert, daß es nicht unverſtellt Euch zu Ohren gekommen. Die Frau iſt eine Poetin, und da meinet ſie denn, es ſolle Alles in der Welt her⸗ gehen, wie in ihren Idyllen und Romanen, wo man uͤber Berge und Thaͤler hinwegfliegt auf den Schwingen der Phantaſie. Ich aber meine, die Poeſie tauge fuͤr unſer Geſchlecht ſo wenig, als, wie Ihr ſagt, die Freigeiſterei und das Trinken. Bedaͤchtig muß eine Frau einhergehen, denn ſie iſt nicht ſtark, wie der Mann, umzu⸗ ſtoßen, was ſie etwa hinderte; um ſich muß ſie


