6
217
„Lebt wol, Ihr Alle,“ ſagte ſie,„und Du, Mütterchen, nur auf kurze Zeit!“
Und das war das Letzte, was man von unſerer Nelly ſah und hörte. Aber es hat wol nie eine Nelly gegeben, die— entführt von feurigen Roſſen und einem feurigen Bräutigam unter einem wahren Regen von kleinen weißen Schuhen, und von heißen Wünſchen be⸗ gleitet— zärtlicher und treuer fortan behütet worden wäre von dem beſten Gatten, als die Nelly, die ſich von dieſem Tage an mit ſeligem, ſelbſtbewußtem Stolze unter⸗ zeichnete als„Ellinor Vane.“
„Ihr ſeid nun Alles, was mir geblieben iſt, meine lieben Jungen,“ ſagte Mrs. Eaſtwood, als die Drei am Abend desſelben Tages zuſammen am Kamin ſaßen, wo das erſte Feuer, ihnen gewiſſermaßen zum Troſt, luſtig flackerte.„Nelly wird zwar wiederkommen, aber dann iſt ſie doch nicht mehr ganz meine Nelly, ein Anderer hat ein näheres Recht an ſie, und ich muß mir das ge⸗ fallen laſſen. Ihr ſeid allein noch mein——“
„Und Innocenzia.“
„Ja, Innocenzia, das arme Kind——“
„Höre mal, Mutter,“ ſagte Plantagenet mit etwas gepreßter Stimme,—„niemand von uns kann wiſſen, was noch aus Innocenzia wird. Sie hat einen ſchweren


