nur, alle Mädchen hätten ſo viel Muth und ließen ſich nicht Alles von den Männern gefallen.“
„Ich glaube gar nicht, daß Molyneur alles Ernſtes an eine Heirath gedacht hat,“ ſagte Mrs. Everard wieder; „Nelly's Muth hat damit nicht ſo viel zu thun, wie Sie glauben.“
„Dann iſt er in meinen Augen um ſo verächtlicher,“ rief die lebhafte Frau, die für die Rechte des weiblichen Geſchlechtes ſtets energiſch aufſtand.
„Die armen Eaſtwoods haben ſich ſehr täuſchen laſſen,“ ſagte Mrs. Everard und ſchüttelte den Kopf über ihre leichtgläubigen Freunde. Das Geſpräch wurde jetzt von dieſem Thema abgelenkt, denn eben frug jemand mit leiſer, theilnehmender Stimme nach der armen Lady Longueville, und ſofort wurde ein anderer Ton an⸗ geſchlagen.
„Man ſollte an ſolchem Freudentage eigentlich ſolche dunkle Bilder nicht heraufbeſchwören,“ ſagte die rück⸗ ſichtsvolle Fragerin,„aber ich möchte doch gern wiſſen, was aus dem armen Geſchöpfe geworden iſt.“
„Ihr geht es ſehr gut,“ entgegnete die Paſtorin. „Sie befindet ſich bei ihrer Couſine, Miß Vane, in jener Schule oder dem Kloſter, wie Sie es nennen wollen—“
„Ich verabſcheue derartige katholiſirende Einrich⸗


