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ſich daher frei und wieder von ihren Freunden umgeben ſah, nicht länger mehr geängſtigt und verlaſſen war, war auch die Laſt von ihr genommen. Sie dachte nicht an die Schande, ſie verſtand ſie ja nicht.
Sir Alexis dagegen war ſich alles deſſen wol bewußt. Er wußte, daß Jahre vergehen würden, ehe man aufhören würde, mit Fingern auf ſeine junge Frau zu zeigen als „die Frau, die wegen Mordes vor den Aſſiſen geſtanden.“ Er wußte, daß man in der Geſellſchaft von ihrer„Schuld“ ſprechen, daß Viele ſogar noch jetzt daran glauben würden, endlich daß Jedermann ihre thörichte Liebe zu Frederick Eaſtwood kannte, und das war es hauptſächlich, was dem Gatten Alles verbitterte. Innocenzia war ge⸗ rettet, aber— ſeine Ehre nicht, und die Folgen dieſes Prozeſſes ſollten ſein ganzes Leben fortan verdüſtern. Hatten doch die Zeitungen ſogleich nach dem Schluß der Verhandlung ſich des höchſt intereſſanten Falles bemächtigt und ihn ausgebeutet und ihn geradezu als lächerlich und entehrend für die Advocaten dargeſtellt, da kein rechtlicher Mann die Sache hätte annehmen, kein Ge⸗ richtshof dafür hätte einberufen werden dürfen.„Jeder⸗ mann weiß, wie häufig es unter gewiſſen phyſiſchen Umſtänden vorkommt, daß ſich Jemand ſelbſt anklagt,“ ſchrieb der eine Berichterſtatter,„und Mord iſt das Lieblingsverbrechen, welches ſolche Leute, die unglücklichen


