3
daß ein ſolches Vertrauen auch wol nothwendig war zwiſchen Verlobten, die in ſo kurzer Zeit einander für immer angehören ſollen.“
Der junge Mann ſchäumte vor Wuth. Er wollte durchaus nicht glauben, daß ſeine kleine Innocenzia aus eigenem Antriebe Herz und Hand einem Andern ge⸗ ſchenkt habe. Jedenfalls müſſe ſie Jemand erſt auf den Gedanken gebracht haben. Er war ungeduldig, un⸗ glücklich, reizbar, wüthend ſogar, und natürlich entlud ſich dieſer ungerechte Zorn am heftigſten auf Mutter, Schweſter und Sir Alexis. Jetzt, wo Innocenzia ſeinem Verlangen unwiderbringlich entzogen war, ſtieg ſeine
„ Liche für ſie zu einer wahren, glühenden Leidenſchaft. Er beſchloß bei⸗ der nächſten Gelegenheit mit ihr zu
ſprechen und von ihr ſelbſt zu hören, wer ſie zu dem ſchrecklichen Opfer, wie es ihm ſchien, getrieben habe. Aber erſt nach einigen Tagen gelang es ihm, Inno⸗ cenzia allein zu ſprechen; denn die Mutter und Nelly
ſuchten ängſtlich eine derartige Zuſamnkenkunft zu ver⸗
hüten, und da Sir Alexis jeden Abend bei ſeiner Braut.
war, verbot es ſich auch von ſelbſt. Endlich begünſtigte ihn der Zufall: er fand das Mädchen auf einige Augenblicke allein.
„Innocenzia,“ ſagte er,„ich fürchte, Du biſt im
Begriff einen ſehr thörichten Schritt zu thun. Wer hat


