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und reizenden Kinderchen ſehen könnte, wollte ich mir in der Welt nichts weiter wünſchen!“ So plauderte die leichtherzige Frau und brachte die Mutter und Nelly ebenfalls in eine heitere Stimmung. Sir Aleris blieb mit ſeiner Schweſter zu Tiſche da, und wäre Frederick nicht ſo düſter und ſchweigſam geweſen, ſo hätte der Abend einer der frohſten ſein können, den die Familie ſeit lange verlebte. Aber Frederick war tief entrüſtet über dieſe Wendung der Dinge. Er be⸗ ſchuldigte ſeine Mutter, daß ſie von dem Kinde das Opfer erzwungen habe, denn unmöglich ſei ihr ſelbſt der Entſchluß gekommen.„Wie kann ſie einen Mann
lieben, der ihr Großvater ſein könnte! Wenn Du das
Liebe nennſt von ſeiner und von ihrer Seite, dann be⸗ greife ich Dich nicht,“ rief er empört.
„Es iſt Innocenzia's freier Entſchluß,“ ſagte die Mutter.„Ich habe nichts damit zu thun gehabt,— ja in mancher Hinſicht fühle ich ſogar gleich mit Dir.“
„In mancher Hinſicht?“ rief er entrüſtet.„Und wo bleibt denn nun jene„Sinnestäuſchung,“ wie Du es nennſt? Soll der junge Bräutigam auch darüber getäuſcht
werden?“
„Du wirſt vielleicht böſe werden, mein Sohn,“ ſagte die arme Mutter,„auch mich hat es ſehr erſchreckt. Sie hat ihm Alles geſtanden, und ich muß zugeben,


