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gekümmert haben. So aber war es ihm doch aufge⸗ fallen, daß Ernſt immer, wenn er mit Amanda hier ſpeiſen ſollte, ſich hatte entſchuldigen laſſen.„Unver⸗ ſchämter Kerl!“ murmelte er zwiſchen den Zähnen.
Innocenzia verhielt ſich ſchweigſam, und als die wenigen Damen ſich nach dem Eſſen in das Wohn⸗ zimmer zurückgezogen hatten, lehnte ſie ſich träumeriſch an den Stuhl, auf dem ihre Tante ſaß. In dieſer Stellung erregte ſie Amanda's Aufmerkſamkeit.
„Wie groß das Mädchen geworden iſt, beinahe erwach⸗ ſen!“ ſagte ſie.„Was denken Sie mit ihr anzufangen?“
Bei dieſer Anſpielung auf ihre Perſon ſchien das junge Mädchen gleichſam aufzuwachen, obgleich ſie in ihrer läſſigen Ruhe verharrte.
„Anzufangen?“ frug Mrs. Eaſtwood, als hätte ſie die Frage nicht recht verſtanden.
„Ja wohl, ich meine, ob Sie ſie Gouvernante oder irgend etwas der Art werden laſſen wollen?“ ſagte Amanda, indem ſie eine Blume zerpflückte, die ſie aus dem von Nelly's Hand ſo ſchön gebundenen Bouquet, welches die Tafel zierte, herausgezogen hatte.
„Sie iſt ja ſo groß,“ fuhr die Schöne fort,„und es iſt doch an der Zeit, daß ſie ſich nützlich machen lernt. Sie können ſie doch nicht immer ſo in ihrer Trägheit laſſen, zum Schaden für Ihre Kinder—“
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