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entgegen. Auch war es ihm trotz ſeiner ſehr abge⸗ kühlten Empfindung keineswegs gleichgültig, den Ein⸗ druck zu beobachten, den ſeine glänzende Gattin auf die beiden alten Leute machte, die an der Seite ſeiner Mutter ſaßen, auf Sir Timotheus und Lady Doul.
„Ich befinde mich ganz wohl, danke,“ ſagte Amähda, die Begrüßung erwiedernd,„ſo wohl nämlich wie es möglich iſt, wenn man zu dieſer Jahreszeit in London zu bleiben gezwungen iſt. Alle Welt iſt fort, und nur fremdes Volk treibt ſich hier herum. Hier draußen in den Vorſtädten merkt man das nicht ſo. Sie haben ja ihren eigenen kleinen Kreis, der ſich nicht viel um die Saiſon kümmert. Ich wünſchte nur, mir ginge es eben ſo gut.“
„Lieber Himmel,“ ſagte die alte Lady in ihrer Un⸗ ſchuld, voll Staunen und Bewunderung,„ich denke mir London zu jeder Zeit aufregend. Ich könnte es dort nicht aushalten, und Sir Timotheus iſt ganz meiner Meinung. Wir wohnen in der Halbmondſtraße,“ fügte ſie mit einem gewiſſen Stolz hinzu,„und dort ſind wir im Mittelpunkte von Allem.“ Die gute, alte Dame! Ihre Haube ſtammte noch von Barbados, ebenſo ihr Kleid, und in die eigentliche Stadt London war ſie ſeit zwanzig Jahren nicht gekommen.


