Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Arme und küßte ſie. Innocenzia war ſeither ſchon etwas an die Gefühlsäußerungen ihrer Verwandten gewöhnt worden, aber dieſer Kuß war ihr doch gänzlich unerklär⸗ lich. Die ganze Atmoſphäre im Zimmer, das Flüſten der Beiden, Alles ſchien ihr etwas anzukündigen, aber was, vermochte ſie ſich nicht auszudenken. Wollte man ſie fortſchicken? Sie blickte nicht ohne leichte innere Er⸗ regung und leiſe zitternd von der Tante zu Sir Aleris hinüber. Dann küßte dieſe ſie abermals, und zwar mit Thränen in den Augen.

Sir Alexis hat Dir etwas zu ſagen, Innocenzia. Schenke ihm Deine Aufmerkſamkeit, ſagte Mrs. Eaſt⸗ wood,und wenn Du mich brauchſt, ſo findeſt Du mich im Speiſeſaal. Mein armes, liebes Kind Gott ſegne Dich! rief die weichherzige Frau und verließ ſchnell das Zimmer. Nun trat Sir Alexis vor und ſah ſie mit ſo ſeltſamen Blicken an, wie Innocenzia wenigſtens glaubte, als ob er ihr etwas Entſetzliches mitzutheilen habe. Auch er faßte ihre Hand, führte ſie dann zum Sopha und ließ ſich neben ihr nieder.

Innocenzia! ſagte er weich.

Sie ſah ihn mit verſtörten, ängſtlichen Augen an. Sie war doch anders geworden. Hätte man ſie gefragt, ob ſie ihre Verwandten liebte, ſie würde vielleicht keine Antwort gefunden haben; aber der Gedanke, ſie vielleicht