Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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dieſer durch gegenſeitige Liebe verwöhnten Familie mußte ganz natürlich das Intereſſe an einem Gegenſtande er⸗ lahmen, der bei allen ihren Bemühungen theilnahmlos und undankbar blieb. Die Frauen des Hauſes ärgerten ſich täglich über das Mädchen, während Dick ſich über ſie amüſirte. Er behauptete, ſie ſei eingebildet und man müſſe ſie tüchtig auslachen. Der jüngſte Sohn dagegen betrachtete die fremde Couſine mehr vom philoſophiſchen

Standpunkte, wie wir ſchon erwähnten. Aber Niemand

wollte es gelingen, dies ſeltſame weibliche Räthſel zu löſen oder der Sache einen freundlichen Anſtrich zu geben. Verſäumt hatten ſie nichts. Die Mutter und Nelly waren mit ihr ausgefahren, hatten ihr Alles gezeigt, was ſie zerſtreuen und amüſiren konnte, hatten ihr die größte Theilnahme bewieſen und durch tauſend Fragen endlich auch einzelne kleine Details aus ihrem früheren Leben erfahren, aber es war ihnen durchaus nicht ge⸗ lungen, mehr aus ihr herauszuholen, als einige ſcheue Antworten. Kein Wort mehr und auch kein Augenblick länger als nöthig wurde ihnen gegönnt.

So war die äußere Lage der Dinge, wie ſie Inno⸗ cenzia's Umgebung erſcheinen mußte, die durch die ſelt⸗ ſame Paſſivität des jungen Mädchens ganz entmuthigt worden war. Anders aber ſpiegelte ſich dieſe neue Welt in Innocenzia's Innern. Sie war in tiefſter Einſam⸗

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