200
Mama? Natürlich wurde es auch ſo, und Sie ſind Mr. Nelly. Den Frauen wird doch in der Welt nie⸗ mals Gerechtigkeit gezollt. Ich habe meine Schweſter lieber als Sie; darin liegt für mich der Unterſchied zwi⸗ ſchen Euch Beiden.“
„Hier ſteht ja ein Ritter für die armen Frauen auf,“ lächelte die Mutter.
„Und das iſt doch ganz begreiflich, da ich der Sohn einer Frau bin,“ rief der Junge eifrig. Nachdem er ſich noch länger über ſeine Anſichten ausgelaſſen, fiel er plötzlich von ſeiner Höhe und fragte:„Wo iſt denn das andre Mädchen?“
„Meinſt Du Innocenzia?“
„Wenn ſie ſo heißt, da meine ich ſie auch,“ ſagte der Knabe, leicht erröthend.„Warum iſt ſie nicht bei uns? Seid Ihr nicht freundlich gegen ſie? Wo iſt ſie denn?“
„Wir ſind ſo freundlich wie nur möglich gegen das Kind,“ ſagte Mrs. Eaſtwood, die froh war, ihr Herz gegen Jemand wieder einmal ausſchütten zu können. „Wir wiſſen aber nicht mehr, was wir mit ihr anfangen ſollen, liebſter Junge. Kein Schmeicheln, keine Lieb⸗ koſungen, keine Strenge helfen bei ihr; ſie will immer für ſich bleiben. Sie kommt zum Eſſen herunter, ant⸗
——


