179
haltend,“ rief Nelly, indem ſie inſtinctiv fühlte, was kommen würde.
„Sie zeigten dies auch ſehr deutlich,“ ſagte der junge Mann, als ob er das nur ſo nebenhin bemerken wollte.
„Es iſt aber auch wahr, er iſt ein vortrefflicher Ge⸗ ſellſchafter,“ rief das Mädchen.
So wurde das Wortgefecht eröffnet. Das Pärchen befand ſich weit von der Wieſe entfernt, wo die Him⸗ melsſchlüſſelchen blühen ſollten, die rothen Wolken aus Weſten ſchienen über ihnen zu hängen, und der blaſſe Mond ſchaute wie ein Wächter auf ſie hernieder. Nelly fühlte an dem Klopfen ihres Herzens, daß ein Kampf nahe war, und Molyneux hielt den Kopf hoch, wie ein muthiges Schlachtroß.
„Ich habe oft gefunden, daß die Damen grade die Herrn am angenehmſten finden, die unter ihres Gleichen nicht beliebt ſind,“ ſagte er mit würdiger Ruhe.
„Wahrſcheinlich ſind die Männer auf ihn eiferſüch⸗ tig,“ lachte Nelly.„Ja gewiß, die Männer ſind auch eiferfüchtig auf einander. Meinen Sie, daß man das nicht bemerkt?“
„Ich bedaure, daß wir Ihnen eine ſolche ſchlechte Meinung von uns beigebracht haben. Jedoch verſtehe
ich es durchaus nicht, inwiefern ein Menſch eiferſüchtig 12*


