Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ach, es iſt viel zu kalt, um poetiſch zu ſein, ſagte Nelly. Aber ſchon beſtand ſo viel geheime Neigung zwi⸗ ſchen den beiden jungen Leuten, daß es ihnen warm durch das Herz zuckte, als ſie gemeinſam in den ſchwei⸗ genden Garten hinaustraten. Von Blumen war aller⸗ dings nur wenig zu ſehen, aber es war ein ſchöner Frühlingsabend, wie er häufig einem ſtürmiſchen Tag zu folgen pflegt. Noch brannten im Weſten die glühen⸗ den Farben der ſcheidenden Sonne, der klare, kalte, junge Mond im erſten Viertel zog herauf, ein einziger heller Stern ſchimmerte daneben. Wohl war es kalt,. aber wer konnte an Kälte denken mit ſolchem Himmel über ſich und mit ſo warmen jungen Herzen in ſich, wie die Beiden hatten, die da auf und nieder gingen? Schweigend ſchritten ſie eine Zeitlang neben einander hin. Endlich ſagte Relly:Ich bin müde und wirklich froh, daß dieſe große Cour vorüber iſt. Steife Viſiten ſind doch eigentlich nicht angenehm. Ich habe es viel lieber, wenn man Abends zuſammenkommt, wie das im Auslande Sitte iſt, aber bei uns in England geht das nun einmal nicht anders.

Aber Sie ſchienen doch ihre Beſucher nicht alle ſteif und unangenehm zu finden, ſagte Molyneux mit einer gewiſſen Wärme.

O neinz Sir Alexis zum Beiſpiel iſt ſehr unter⸗