Gedanken im ganzen Hauſe herum, um hier ein Bild, dort einen bequemen Stuhl, hier ein Bücherbret und ſaubere Vorhänge zu ihrem Zwecke einzuſammeln. Ich will nicht etwa ſagen, als ob Nelly das aus purer Herzensgüte gethan und gedacht hätte, nein, ſie liebte ſolche Veränderungen und raſche Entſchlüſſe, und beſon⸗ ders groß war ihre Freude, wenn ſie ein Zimmer ein⸗ richten konnte, ſie fühlte dafür eine ganz beſondere Fähigkeit in ſich.
Aus alledem geht klar hervor, daß, obwol Mutter und Tochter über den neuen Ankömmling zuerſt er⸗ ſchrocken waren, die kleine Waiſe ſicher keinem unfreund⸗ lichen Empfang entgegen zu ſehen hatte. Im Gegentheil war Mrs. Eaſtwood jetzt, wo ſie ihrer Freundin Alles gebeichtet hatte, in höchſter Aufregung und in ungedul⸗ diger Erwartung ihrer jungen Nichte. Mrs. Everard hatte ſie bemitleidet und dieſen Zuwachs der Familie als eine Laſt bezeichnet, von Verantwortlichkeit und Mühe geſprochen, aber dies Alles hatte die gute Seele in ihren liebevollen Abſichten nur noch mehr beſtärkt.
„Der liebe Gott möge mir vergeben, Nelly,“ ſagte ſie, als das Töchterchen wieder hereintrat,„aber ich kann meiner Schweſter Kind nicht im Elend und allein laſſen. Ich habe wirklich darunter gelitten, als Mrs. Everard mir ſo ernſtlich davon abrieth, ſie aufzunehmen. Sie


