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Tag dort geweſen, als das grobe Leinenzeug auf ihrem Lager gegen feineres vertauſcht wurde, und auf ihrem Tiſche wieder friſche Blumen prunkten.
Ihre Koſt wurde beſſer, und die Gegenwart der noch unſichtbaren Beſchützerin gab ſich von Neuem in verſchiedenen Kleinigkeiten zu erkennen.
So lang Madame Rolands Proceß dauerte, das heißt von ihrem Eintritt in die Conciergerie bis zur Fällung ihres Urtheils, hatte ſie diejenige nicht wieder
geſehen, welche wie ein guter Engel ihr in den Ker⸗
ker gefolgt war.
Madame Roland hatte ihr Urtheil angehört. Sie kehrte darauf wieder in ihr Gefängniß zurück. Als die Thüre ſich hinter ihr ſchloß, ſah ſie eine Frau an ihr elendes Lager gelehnt ſtehen.
Es war die ſchweigſame Wärterin mit der brei⸗ ten, ſchwarzen Binde über dem Geſicht.
Sie heftete die Augen auf die Gefangene. In
denſelben ſtand eine Frage, eine ängſtliche Frage zu
leſen.
Madame Roland verſtand dieſelbe. Sie fuhr mit der Hand nach ihrem Halſe und machte damit eine Bewegung, welche den Fall eines Beiles be⸗ zeichnete.
„Zum Tode verurtheilt!“ rief nun die ſtumme Frau, riß die Binde von ihrem, durch Narben ent⸗ ſtellten Angeſichte und ſtürzte Madame Roland zu Füßen.
„Manon, Manon, nun müſſen ſie mir auch das Leben nehmen!“


