44 Eine Stunde nach Amy's Entfernung ſchrieb Sirena, als ſie allein war, folgendes Billet:
„Einmal verpflichtete ſich Oſſian bei der Bitte um einen Walzer unbedingt den Wünſchen der tan⸗ zenden Dame Genüge zu leiſten. Jetzt fordert ſie die Erfüllung dieſes Verſprechens. Im Fall Sie dieſelbe nächſten Sommer zu Eriksberg ſehen wollen, müſſen Sie auch Ihren Kouſin, Lieutenant Brunel, dahin einladen.— Alle Fragen nach der Urſache dieſes Begehrens dienen zu Nichts, ſie werden nicht beantwortet. Sie kennen jetzt deren Wunſch und er⸗ innern ſich gewiß auch Ihres Verſprechens.“
Ohne dieſen Brief mit ihrem Namen zu unter⸗ zeichnen, ſiegelte Sirena denſelben zu, ſchrieb die Adreſſe darauf und ſandte ihn an den Baron.
Am Abend erhielt ſie folgende Antwort:
„Blinden Gehorſam fordert der Herrſcher von dem Sklaven; ſo auch Sie, meine ſchöne Gebieterin. Ich habe bereits Ihren Befehl vollzogen, obwohl der⸗ ſelbe zur Widerſpenſtigkeit reizte; aber zwiſchen dem Schickſal, ohne ihren Anblick leben zu müſſen, und der Befriedigung ihres Einfalls bleibt keine Wahl übrig.— Was für ein Intereſſe können Sie wohl für dieſen Mann haben?— Ein Menſch, welcher ſeine Jugend überlebt hat, ehe er noch in's Jüng⸗ lingsalter gelangt iſt. Eine ergraute Verſtandesma⸗ ſchine mit vierundzwanzig Jahren.— Aber was helfen meine Fragen, da ich Ihre Grauſamkeit kenne und weiß, daß Sie um der bloßen Luſt willen mit meinem Herzen ſpielen.— Irgend eine weibliche Laune hat Ihnen wohl dieſen Wunſch eingegeben, um


