Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Ida fuhr zuſammen, als fürchtete ſie, es habe Jemand ihre geheimen Gedanken belauſcht, und ſah ſich ſcheu rings im Zimmer um.

In dieſem Augenblick kam eine Magd herein, mit einem Paket Muſikalien, welche die Freiherrin Stralkrona hergeſchickt hatte.

Ohne ihre Lage zu verändern, nahm Ida das Paket und legte es auf den Tiſch. Darauf verſank ſie wieder in tiefes Sinnen.

„Wer Jemand zu lieben hätte und wieder ge⸗ liebt würde!— O wie bitter iſt es, ſich einſam zu fühlen, immerdar einſam in dieſer ganzen weiten Welt. Hätte ich doch ein ruhiges und kaltes Herz wie Sirena bekommen, wie Mama, wie mein Mann, wie alle Andern.— Jetzt fühlt ſich's hier auf Erden ſo leer und öde; gewiß ſterbe ich vor Sehnſucht nach Theilnahme.“

„Na, mein Kind, was machſt Du?“ ließ ſich eine ſchwache weibiſche Stimme vernehmen, und ein großer, ſehr ſchmächtig ausſehender Mann mit noch jungem, unmännlichem Ausſehen lam eilfertig von dem angrenzenden Zimmer in den Salon hereinge⸗ ſchritten.—„Ich glaubte, Du werdeſt repetiren, meine kleine Freundin.— Haſt Du das Konzert heute Abend, bei welchem ich deine Mitwirkung ver⸗ ſprochen habe, vergeſſen?— Ich muß jetzt ausgehen, — aber ich wünſche, daß Du inzwiſchen nur mit den Vorbereitungen zu dem Konzert dich beſchäftigeſt.— Geſtern bei dem Baron ſprach man nur von deiner ungewöhnlich ſchönen Stimme und bekomplimentirte mich deßhalb. Heute Abend mußt Du dich ſelbſt