9 geſchrieen. Viel unnützes Volk ſtand denen, welche etwas helfen konnten, im Wege.
Die beiden Kadetten langten auf dem Schauplatz des Unglücks, am Ziele ihrer Neugierde an.
„Wem gehört das Haus?“ fragte Carl eine neben ihm ſtehende Frau, welche ihre Stimme gleich⸗ falls erſchallen ließ und vor einem Haufen anderer ſich beſonders lebhaft geberdete.
„Ach, Herr Gott! Der Herr weiß das nicht! O, es gehört der Wittwe des Rathsherrn Watz. Ich kenne ſie recht gut; ich habe dort gedient.— Herr mein Gott, ein ſolches Unglück! Man ſagt, ſie müſſen Alle verbrennen; das iſt ja erſchrecklich, fürchterlich....“
Mehr hörte Carl nicht, ſondern ſtürzte vor, drängte ſich durch den Volkshaufen, um dem bren⸗ nenden Hauſe näher zu kommen. Man machte große Anſtrengungen, um die Menſchen zu retten, die noch in dem Gebäude ſich befanden. Als es Carl ge⸗ lungen war, ſich vorzuarbeiten, ſah er an einem der obern Fenſter ein ganz junges Mädchen ſtehen, welches voll Angſt die Hände rang und laut um Hilfe rief. 8
Man konnte ſagen, daß ſie von Flammen umgeben war; denn das Feuer brach ſchon aus allen andern Fenſtern hervor und der ganze Dachſtuhl ſtand in Brand.
Eine verzweifelte Stimme rief:
„Rettet ſie! Rettet ſie! Oder laßt mich ihr Schickſal theilen.“
Carl ſchaute auf, woher die Stimme kam, und


