Teil eines Werkes 
3. Band (1875) Zwei Brüder / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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224 da Du ja nicht durch Noth getrieben biſt, erſt im Walde umherzuſtreifen und dann auf den Märkten und Straßen die armen Thierchen feil zu bieten.

Ja, ſiehſt Du, Tante, das thue ich deshalb, weil ich mit der Zeit reich werden will, damit Du, wenn Du alt wirſt, nicht nöthig haſt, ſo zu arbeiten, wie Du jetzt es thuſt. Ich habe ſo meine eigenen Gedan⸗ ken. Du weißt ja, Tante, daß ich keine Luſt zu einem Handwerk habe, aber wohl zu einem Handel, und des⸗ halb handle ich mit der Waare, die ich mir verſchaffen kann, ohne ſie kaufen zu müſſen. Morgen lege ich dieſe zehn Thaler in die Sparkaſſe, in der ich bereits fünf habe.

Aber ich fürchte, daß Du zu leſen verſäumſt; ich habe den Paſtor nicht fragen wollen, wie es damit geht, aber das ſage ich Dir, es würde für mich eine ewige Schande ſein, wenn Du in dieſer Beziehung an⸗ dern Kindern nachſtändeſt.

DOekar lachte über die Befürchtungen der Tante mit hochmüthiger Miene, als wolle er ſagen, daß ihre Unruhe ganz überflüſſig ſei. Darauf bemerkte er, daß er hungrig ſei, und bat die Tante, ihm etwas zu eſſen zu geben, damit er dann in den Wald mit den Leim⸗ ruthen gehen könne, um neue Vögel zu fangen. Die Vögel, welche er hatte, wollte er ſpäter verkaufen, wenn ſie erſt zahmer geworden wären.