Teil eines Werkes 
3. Band (1875) Zwei Brüder / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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Ohne Alles, was die Phantaſie ſteigern oder die Begierde nach dem Romantiſchen hätte erwecken können, entwickelte ich mich vom Kinde zum Mädchen.

Umgeben von einer ſchönen und großartigen Na⸗ tur, beſchützt von der uneigennützigſten Freundſchaft und nur in einer moraliſchen Atmoſphäre athmend, konnte ich ſagen, im Beſitze alles deſſen zu ſein, was auf mein moraliſches, intellectuelles und äſthetiſches Weſen vortheilhaft einzuwirken im Stande war. Ich fühlte mich auch während dieſer Jahre, als mein Ver⸗ ſtand zu vollem Bewußtſein erwachte, ſo glücklich in dieſem verborgenen Erdenwinkel, ſo dankbar gegen die Vorſehung für das Glück, welches ich genoß, daß ich keinen unerfüllten Wunſch hatte. Alles war Frieden, Alles war Harmonie ſowohl in als außer mir. Ich genoß mein Daſein, wie der Vogel im Walde das ſeinige genießt, wenn er fröhlich ſeinen Geſang an⸗ ſtimmt.

Ich liebte und verehrte meinen Oheim und Rolf und wurde von ihnen geliebt. Ich dachte nicht an die Möglichkeit, daß es anders werden könnte, als es war.“

Frau Spindler ſtützte den Kopf mit der Hand und fuhr im Tone tiefer Trauer fort:

„O, wenn ich an dieſe Tage des Friedens und der Glückſeligkeit zurückdenke, ſcheint es mir, als müſſe

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