er den Unruhe ſtiftenden Sohn zum zweiten Male aus und ſchickte ihn nach einjährigem Aufenthalte in der Heimat nach Berlin.
Kurz nach ſeiner Abreiſe kam Rolf zurück und ſollte nun die Bebauung der Aecker und die Fürſorge über die weitgeſtreckten Weinberge übernehmen.
Zwei Jahre verfloſſen, während welcher Gerhard von der Heimat entfernt blieb.
Wie er während dieſer Zeit ſeinen Studien ob⸗ lag, weiß ich nicht. In Geldangelegenheiten forderte er vom Vater nicht mehr, als ihm dieſer ausgeſetzt hatte, aber Muhme Monika ſchickte ihm von ihrem beſondern Einkommen eine Summe nach der andern.
Während ſeiner Abweſenheit verging die Zeit in unſerem Thale wie ein lächelnder Traum.
Der Oheim und Rolf beſchützten mich mit aller möglichen Liebe und der letztere wurde jetzt mein Lehrer. Ich erhielt durch ſeine Fürſorge eine Bildung, weit über die hinaus, welche andere Mädchen in dieſer Gegend genoſſen.
Beide ſahen, ernſt religibs, Romane und ſolche Bücher, welche die Einbildungskraft erhitzen, für ſchäd⸗ lich an, und in unſerer kleinen Heimat befand ſich kein einziges Buch der Art, ſondern nur ſolche, welche den Verſtand und das Herz bildeten.


