Ein Zufall ſollte mich jedoch früher, als ich hoffte,
mit den beiden Damen zuſammenführen und uns ganz vermuthet auf einen vertraulichen Fuß ſetzen. Ich wohnte im Hotel Weber, welches gleich links liegt, wenn man über die Brücke kommt, die zur Pro⸗ menade führt.
Weber's Hotel iſt ein großes, ſchönes Gebäude, wie die Hotels in Kreuznach im Allgemeinen ſind. Alle Zimmer in demſelben waren mit Brunnen⸗ und Badegäſten beſetzt.
Im Auslande nimmt man keine Notiz von ſeinen Nachbarn, ſondern man iſt gewöhnlich in vollkommener Ungewißheit ſowohl über deren Ausſehen als über ihre Stellung in der Geſellſchaft.
Eines Abends ſpät, als ich noch auf meinem Balkon ſaß, wurde ich jedoch durch Jemand geſtört, der zu mir hereinſtürzte, und ich hatte, zu meiner nicht geringen Ueberraſchung, die Tochter der Dame vor mir, welche mich ſo lebhaft intereſſirte.
In ſchönem, fließendem Deutſch bat ſie mich, ſogleich in ihr Zimmer zu kommen, denn eine ihrer Nachbarinnen ſei bei ihnen erkrankt.
Ich folgte ihr und war nicht wenig verwundert, als ich fand, daß wir nicht allein in demſelben Hauſe, ſondern auch in demſelben Stockwerke wohnten.
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