232
An Axel dachte ich mit jedem entſchwundenen Jahre ſeltener, aber auch mit weniger Bitterkeit als damals, wo wir uns trennten. Er ſchrieb mir niemals, das Gerücht erzählte jedoch, daß er und Kronſtrahl ſich in deutſchen Bädern aufhielten und vom Spiel lebten. Anfänglich wollte ich dem keinen Glauben beimeſſen,
weil Arel früher nie geſpielt hatte; allein das Gerücht
ſprach leider die Wahrheit. Mangel an Kraft, ſich durch Arbeit ſeinen Unterhalt zu erwerben, hatte ihn zum Spieler gemacht. Er hoffte am Spieltiſch das Vermögen wiederzugewinnen, welches er vergeudet hatte.
Nach Verlauf von zehn Jahren ſtarb Onkel Lilje⸗ borg, und ſeine Familie verließ A. Dies große Ereigniß brachte verſchiedene Veränderungen in meine Lage. Ich kaufte das Haus, welches Onkel für mich in meinem Namen gemiethet hatte; ich erweiterte mei⸗ nen Handel, der nun auf meinen eigenen Namen ging, was früher nicht der Fall geweſen war. Alle die Vor⸗
ſichtsmaßregeln, die der gute Onkel in ſeiner Sorgfalt für mich beobachtet hatte gegen jede Gefahr, um mei⸗ nen Verdienſt zu ſchützen, ſetzte ich nun als überflüſſig beiſeite.
Ein Jahr nach dem Tode des unvergeßlichen Onkels wurde mein Sohn confirmirt. Er und ich


