228
dern Deinem Manne. Ich habe ein volles Recht, mit demſelben zu ſchalten und zu walten, wie es mir be⸗ liebt, und als Beweis hierfür werde ich leben, wie es mir gefällt, und zwar ohne erſt Deine Erlaubniß dazu nachzuſuchen.“
Er hielt Wort, und ich— ich folgte ihm überall in den Trouble des geſellſchaftlichen Lebens, weil meine Eiferſucht auf Julie mich dazu trieb.
Axel war von nun an zwar niemals heftig gegen mich, aber er war auch nicht freundlich, und er wurde mit jedem Tage kälter, ja, ſeine ganze Art und Weiſe bekam etwas ſo Kühles, daß mir das Herz dabei faſt erſtarrte. Die frühere warme Herzlichkeit war ver⸗ ſchwunden, ſein Weſen war ein entſetzlich gleichgültiges. Er war wenig oder gar nicht zu Hauſe, und wenn ich dann und wann in Klagen ausbrach, unterbrach er mich mit den Worten:
„Beſte Elin, dieſe unglückſelige Luſt, Scenen auf⸗ zuführen, mußt Du ablegen, Du machſt einem dadurch das Haus zuwider.“
Ich hörte alſo zu klagen auf und fuhr fort, mit ihm Geſellſchaften, Bälle und Feſte zu beſuchen, wenn ich ihm auch nicht am Mittag und Abend folgen konnte, die er mit ſeinen Freunden verbrachte.
Wenn ich dann aber allein zu Hauſe ſaß, quälte


