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können“, rief Gertrud mit ſchmerzbewegter Stimme
„Ich habe Dich von anderen Intereſſen für ſo eingenommen gehalten, daß Deine Hingebung für ſie mir faſt erloſchen ſchien.“
„Nein, Vater, das haſt Du ſelbſt bei mir nicht vorauszuſetzen vermocht; allein man hat es verſucht, Dir durch falſche Vorſpiegelungen eine ſolche Meinung von mir einzuflößen. Sieh mir in's Auge und empfange die heilige Verſicherung, daß Du und Iſabella mir heute theurer ſeid als jemals!“
Der Vater betrachtete die Tochter während eini⸗ ger Sekunden.
„Ich glaube, man hat Dich falſch beurtheilt“, ſagte er, indem er ihre Stirn küßte.„Ich wußte nicht, daß Du bereits für den Mann Deiner Schweſter ſo große Opfer gebracht haſt. Ich reſpectire die Gründe, die Du für Deine Handlungsweiſe mir angegeben haſt, und ich kann nicht anders, als ihnen beiſtimmen, ob⸗ wohl ich nicht ſo klug gehandelt habe. Doch das ge⸗ hört nicht hierher.“
Bei den letzten Worten des Vaters fühlte Ger⸗ trud ſich beunruhigt, geſtattete ſich jedoch keine Frage, weil ſie ſeinen Character kannte und wußte, daß er von vielen Fragen kein Freund war.


