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Du mich früher aus meiner Gefangenſchaft befreien und würdeſt Du ſie beerben, ſo würde ich ja auch reich.“
„Aber ich will ſie nicht beerben“; Gertrud ſchob die Schweſter ſanft von ſich und erhob ſich, indem ſie hinzufügte:
„Die Uhr iſt elf, wir müſſen jetzt zur Ruhe gehen; Du ſiehſt müde aus, meine geliebte Schweſter.“
Mit dieſen Worten begann Gertrud die Schweſter zu entkleiden.
Nachdem Iſabella ſich zur Ruhe gelegt hatte, fiel Gertrud an der Schweſter Bett auf die Kniee und verrichtete jetzt für ſie ein ſtilles Gebet.
Wie ungleich waren doch dieſe Gebete! Die eine bat, daß Gott ihr bald die Freiheit geben möge, damit ſie zum vollen Genuß der Freuden des Lebens komme, die andere bat um Ausdauer und Segen für ihre Arbeit.


