Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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und ruhig wie gewöhnlich, und Niemand vermochte in ſeinem Angeſicht zu leſen, daß er jetzt zur Ver⸗ ſorgung von ſich und den Seinigen Nichts beſaß, als was er, ein Mann von Geburt, im Dienſte einer Frau aus dem Volke verdiente.

Jetzt gefällt er mir; er beſitzt wirklich Seelen⸗ ſtärke, und in demſelben Maße, als er geprüft wor⸗ den, iſt auch ſein Stolz verſchwunden. Er hat das Unglück wie ein Mann getragen. Wird er wohl ebenſo gut das Glück ertragen? dachte Stephana. Nun wir wollen ſehen, ſetzte ſie hinzu und ſuchte Jacobo auf, um ſich in ſeiner Geſellſchaft nach Akers⸗ näs zu begeben und die neuen Anlagen zu Woh⸗ nungen für die Arbeiter in Augenſchein zu nehmen.

Wir wollen im Vorbeigehen einen Blick in das Zimmer der Gräfin werfen.

Als Hermann bei ſeiner Mutter eintrat, fand er ſie damit beſchäftigt, mittelſt einer Nadel den Weg auszuſtecken, auf welchem ſie nach Italien zu reiſen gedachte. Sie lächelte ihrem Sohne zu und ſagte, während ſie ihm die abgezehrte Hand reichte:

Du haſt Dich in den letzten Tagen hier ſo un⸗ ſichtbar gemacht, daß es ganz ungewöhnlich iſt, um dieſe Zeit deines Anblicks theilhaftig zu werden.

Ich habe ſo viel zu thun gehabt, antwortete Hermann und küßte die kleine, durchſichtige Hand. Ich muß als ein Mann, der die Geſchäfte Anderer zu führen hat, denſelben wo möglich noch größere Sorgfalt widmen, ais wenn es meine eigenen wären.

Lieber Hermann, erinnere mich nicht daran, daß Du, ein Graf Romarhjerta, in der Mißachtung ge⸗

Schwartz. Der Mann von Geburt. II. 3