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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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dem Wege zu räumen; aber mehr davon im Ver⸗ laufe der Erzählung. Dieß war der Inhalt des Be⸗ lenntniſſes, welches ſie, zitternd vor dem Gedanken an den nahe bevorſtehenden Tag der Abrechnung vor Arel ablegte. Sie wollte jetzt noch gut machen, was gut zu machen ſei. Arel ſollte in Schweden Amalia oder ihr Kind aufſuchen, und ihnen etwas von dem geraubten Vermögen zurückgeben. Solcher Beſchaffen⸗ heit war das Bekenntniß, welches ich, von dem Vor⸗ hange verborgen, mit anhörte. Daß ich jetzt un⸗ möglich mehr Laura mit dem Sohne der Mörderin ihres Vaters verbinden konnte oder wollte, das kann Jeder leicht begreifen. Ich ging hinein zu Leona, die Seele von Grauen erfüllt, und ſagte ihr, daß meine Tochter niemals Axels Gattin werden würde⸗ Erſchüttert und erbittert kehrte ich nach Hauſe zurück, und erfuhr dort, daß meine Schwiegerältern, Graf Scheks, von ihren Gütern angelangt wären, um am Tage darauf der Hochzeit ihrer Enkelin beizuwohnen. Meine Lage war eine peinliche; aber mit einem un⸗ widerruflichen Entſchluß in der Seele grüßte ich ſie, und theilte ihnen nach einigen kurzen Vorbereitungen mit, daß die Verbindung zwiſchen Axel und Laura nicht ſtattfinden könne. Die Worte waren kaum aus⸗ geſprochen, als Laura aus einem benachbarten Zim⸗ mer hereinſtürzte, in der heftigſten Verzweiflung zu meinen Füßen niederkniete, und um Gnade für ihre Liebe bettelte; die Alten unterſtützten ſie hierin erſt mit Bitten, und dann mit Drohungen und Befehlen; aber ich mußte unbeweglich ſein, und verließ ſie alle

Schwartz, Die Leidenſchaften. 18