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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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Wiederherſtellung abzuwarten; als aber die Ausſichten dazu immer ſchwächer wurden, ſo überredete ſie mich, die Hochzeit ſtattfinden zu laſſen. Am Tage vor der⸗ ſelben ging ich zu Leona, um einige Angelegenheiten mit ihr zu beſprechen, welche auf die bevorſtehende Feier Bezug hatten. Als ich aber in das Schlaf⸗ zimmer hineintreten wollte, ſagte mir die Kammer⸗ jungfrau, daß die gnädige Frau befohlen habe, Niemanden hineinzulaſſen. Ich ſchob das Mädchen bei Seite, weil ich meinte, daß das Verbot mir nicht gelte, und lenkte meine Schritte durch ein größeres

Gemach, welches außerhalb ihrem Zimmer lag. Der

Schall von meinen Tritten erſtarb auf den weichen Teppichen. Bei den heruntergelaſſenen Thürvorhän⸗ gen angekommen, ſtreckte ich bereits die Hand aus, um ſie in die Höhe zu heben, als die Stimme meiner Schweſter, welche Amaliens Namen ausſprach, mich veranlaßte, dieſelbe zurückzuziehen, und mich auf dem Flecke feſtnagelte. Welche gräßliche Entdeckung ſollte ich jetzt nicht machen!

Der General ſchwieg; ſeine Bruſt bewegte ſich unruhig. Nach einer Weile fuhr er wieder fort:

Meine Schweſter legte vor ihrem Sohne eine grauenhafte Beichte ab; der Inhalt derſelben war folgender: durch Heyſes Heirath mit Amalia hatte Leona, welche in ihrer eigennützigen Berechnung ge⸗ täuſcht wurde, einen unauslöſchlichen Haß zu derjeni⸗ gen gefaßt, welche ihr alle Ausſicht auf die Erbſchaft nach dem Schwager geraubt. Sie ſchwur, daß ſie nicht eher ruhen würde, bevor ſie dieſelbe wieder für ihren Sohn zurückgenommen hätte. Als Amalia ihr