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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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55 Du.... verführſt. Das Blut Deiner Mutter offen⸗ bart ſich fortwährend in Dir.“

Es entſtand eine Pauſe.

„Der Taufſchein des Kindes fehlte unter den Pa— pieren, welche Du mir gabſt, hob der General wieder an.

„Dieſes Papier wünſche ich für meine eigenen Nachforſchungen zu behalten.“

„Kannſt Du denn jetzt noch ſolche anſtellen, nach⸗ dem Du die Zeit leichtſinnig vergeudet haſt?“

„Aber der Auftrag wurde mir allein anvertraut.“

„Und Du vernachläßigteſt denſelben wegen einer wenig ehrenhaften Liebesgeſchichte. Oder willſt Du Alles der Vergeſſenheit übergeben?“

Der Mittwoch kam, und damit auch die Reiſe nach Warholm; Thora aber, welche noch nicht geſund war, wurde von Heinrich verurtheilt, zu Hauſe zu bleiben. Alle Bitten und Thränen Thora's halfen nichts.

Die Majorin wollte ebenfalls von der Reiſe ab⸗ ſtehen; aber auf die vereinigten Bitten des Onkels Anton und der Thora hin reiste ſie, vom Kapitän und Axel begleitet, am Mittwoch acht Uhr mit dem Dampf⸗ ſchiff ab.

„Am Freitag ſind wir zurück, mein Engel,“ ſagte die Majorin und küßte Thora.„Wache nun gut über ſie,“ fügte ſie, an Lotta gewendet, hinzu.

Kurz darauf rollte der Wagen von dannen.

„Sind ſie Alle abgereist?“ fragte Thora die am Fenſter ſtehende Lotta.

„Ja, und in einer halben Stunde geht das Dampf⸗ boot ab.“