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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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„Warum ſtehſt Du hier gleich einer Statue und betrachteſt das Haus?“ fragte Thora und gab ihm einen leichten Schlag auf die Achſeln.

„Weil ich müde wurde, Dich anzuſehen,“ ant⸗ wortete er verdrießlich und ging ſeiner Wege.

„Wie aufgeregt Falk doch iſt,“ klang die Stimme des Lieutenants Behrend hinter Thora.

Sie wandte ſich um und begegnete ſeinem Blicke; derſelbe war aber ſo finſter, daß es Thora übel zu Muthe wurde..

„Ein hübſcher Mann, der Herr Liljekrona,“ fügte er hinzu,„und mit einer beſonberen Fähigkeit, Freude um ſich zu verbreiten. Ich bin nie ſo glücklich geweſen, Sie früher ſo heiter zu ſehen.“

„Im Gegentheil, ich bin immer heiter,“ fiel Thora ein, welche ſich durch den Ton verletzt fühlte.

„Nicht immer ſo von ganzem Herzen.“

Thora wurde purpurroth und antwortete mit einem leichten Anſtrich von Humor:

„Dann iſt der Herr Lieutenant nicht beſonders ſcharfſehend.“

„Wirklich? Sie finden ihn vielleicht langweilig.“

„Nein, unterhaltend, heiter und....“

„Liebenswürdig?“

„Nein!“

Thora blickte auf zu ihm; ſchlug aber ſofort ihre Augen vor dem Blitz nieder, welcher aus den ſeinigen keuchtete. Beide ſchwiegen. 7„Werden Sie nicht böſe,“ flüſterte der Lieute⸗ pint und beugte ſich zu ihr herab. Thora eilte von ihm fort, ohne zu antworten.