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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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Erziehung unerſchütterlich gewordenes religiöſes Gefühl, welches ihr künftig Muth und Kraft verleihen wird, um ſowohl das Unglück zu ertragen wie den Ver⸗ ſuchungen zu widerſtehen. Außerdem iſt ſie gut und treu und dem, an den ſie ſich angeſchloſſen, ergeben; auch beſitzt ſie eine wunderſchöne Stimme.“

„Nun, und dann Cordula?“

„Lieber Emil, die kann ich nicht ſchildern. Mein Herz wird zwar zu ihr hingezogen, wie von einem Magneten; aber mein Verſtand ſagt mir, daß wir ebenſo von einander getrennt ſind, wie die beiden Pole. Ihr abgeſchloſſenes Leben iſt wie ihr Charakter in ein undurchdringliches Dunkel gehüllt. Während der drei Jahre, wo ſie im Hauſe der Tante geweſen, iſt nicht ein Wort über die Zeit vor dieſer Periode über ihre geſchloſſenen Lippen gekommen. Sie iſt kalt, wortkarg, unzugänglich; aber doch....“

„Findeſt Du ſie reizend?“

„Gewiß nicht; aber mein aufrühreriſches Herz will ſie durchaus lieben....“

„Und das kalte Aeußere beleben.— Aber noch eine Sache: Weiß Thora, wer ihr Vater iſt?“

„Im vorigen Jahre ſcheint der Graf, welcher ſich damals in Stockholm aufhielt, ſich in dieſer Eigenſchaft ihr zu erkennen gegeben zu haben; aber kurz darauf unternahm er eine längere Reiſe in's Ausland.“

„Iſt der Graf verheirathet?“

„Er iſt ſeit neunzehn Jahren Wittwer.“