Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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klärte, daß die Verlobte meines Bruders die Frau war, welche Du liebteſt. Der Verluſt von ihr machte Dir Kummer. Dein Kummer wurde mein größter Schmerz. Mein Leben hätte ich für deine Freude hingegeben. Ich vergaß, daß ich ſelbſt Alles ver⸗ loren hatte, da ich den Glauben an deine Liebe ver⸗ lor, und leiſtete Dir Geſellſchaft bei der Arbeit, ſuchte die Qualen des Herzens bei Dir zu verſcheuchen und die Liebe zur Kunſt anzufachen. Ach Carl, vielleicht lag lauter Egoismus dabei zu Grunde, denn da Du die Kunſt liebteſt, da ſchwärmteſt Du auch für dein erſtes Ideal; aber heute, Carl, heute möchte ich zu deinen Füßen ſterben, zufrieden, wenn ich damit eine Stunde der Liebe von Dir erkaufen könnte. Ich möchte aufhören, dein Ideal zu ſein, um dein Glück zu werden.

Sylvia ſchwieg. Carls Arm ſchlang ſich um ihren Leib.Von Dir geliebt zu werden und dieß zu wiſſen, heißt Dich lieben! rief er.Du warſt des Künſt⸗ lers Traum, Sylvia, in dieſem Augenblick biſt Du des Mannes Glück, ſeine einzige wahre Freude, das Ideal hat er zu hoch geſtellt, um es lieben zu können; es iſt zu ihm herabgeſtiegen und hat den Verluſt, den er mit Gerda zu erleiden glaubte, in Seligkeit verwandelt. Werde des Mannes guter Engel, wie Du des Künſtlers Leitſtern geweſen biſt.

Sylvia lehnte ihr Haupt an ſeine Bruſt, und in dieſem Augenblick konnte man ſagen, daß der Künſtler mit ſeinem Ideal Eins geworden war.

Welche Tage, Wochen und Monate von Glück⸗ ſeligkeit! Welcher Sommer voll Liebe, Poeſie und Künſtlerträume! Endlich kam der Herbſt und mit